Motivation via Natural Differentiation in Mathematics (NaDiMa)

Der Umgang mit Heterogenität stellt eine zunehmende Herausforderung für alle Schulformen und Schulstufen dar. Der Differenzierung kommt dabei eine zentrale Bedeutung zu, will man alle Schülerinnen und Schüler entsprechend ihren individuellen Möglichkeiten im Mathematikunterricht fördern.
Bei der klassischen inneren Differenzierung fällt u. a. auf, dass die Diskussion um Heterogenität/Differenzierung weitgehend organisatorisch-methodisch geführt wird und die begrifflich-konzeptionelle Klärung in der Literatur stark allgemein- bzw. schulpädagogisch dominiert ist. Die essenzielle Bedeutung des Fachs und seiner Spezifika werden meist vernachlässigt. Dadurch besteht die Gefahr, dass fachliche Spezifika außen vor bleiben, inhaltliche Beliebigkeit und Orientierungslosigkeit Einzug halten sowie das soziale Lernen vernachlässigt wird, dass ja u. a. auf das Arbeiten an und den Austausch über gemeinsame Inhalten angewiesen ist.
Hier setzt das Konzept der ›natürlichen Differenzierung‹ (Wittmann/Müller 2004, 15) an, bei dem das Fach und seine Didaktik in den Mittelpunkt gerückt wird. Dadurch soll sowohl der Individualität aller Kinder, dem Sachanspruch wie auch dem sozialen Lernen von- und miteinander entsprochen werden. Nicht zuletzt lassen sich auch inhaltliche und prozessbezogene Kompetenzen des Mathematikunterrichts in integrierter Weise fördern.
Das Projekt NaDiMa erforscht Möglichkeiten einer so genannten »natürlichen Differenzierung«, bei der die inhaltlich-fachliche Gestaltung der Lernumgebungen eine besondere Bedeutung erfährt. Für die Lernenden soll das Konzept sowohl zu einem tieferen Verständnis für die Mathematik als auch zur Entwicklung allgemeiner Lernstrategien beitragen, was zu einer höheren und nachhaltigeren Motivation führen kann. Gemeinsam mit Lehrpersonen verschiedener Schulen werden mathematische Lernumgebungen konzipiert und im Unterricht erprobt. Die Video-dokumentierten Unterrichtsstunden werden analysiert und daraufhin ausgewertet, inwiefern eine natürliche Differenzierung ermöglicht und realisiert wurde. Zugleich ist es dabei Ziel des Projekts, das Konzept der natürlichen Differenzierung begrifflich-theoretisch zu schärfen.
Beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler:

  • Dr. Maarten Dolk, Freudenthal-Institut Universität Utrecht/Niederlande
  • Dr. Alena Hospesova, Universität Ceske Budejovice/Tschechien
  • Prof. Dr. Günter Krauthausen, Universität Hamburg/Deutschland
  • Prof. Dr. Petra Scherer, Universität Bielefeld/Deutschland
  • Dr. Ewa Swoboda, Universität Rzeszow/Polen
  • Dr. Marie Ticha und Dr. Filip Roubicek, Universität Prag/Tschechien

Beteiligte und kooperierende Schulen:

  • Grundschule Wüsten, Bad Salzuflen/Deutschland
  • Schule An der Isebek, Hamburg/Deutschland
  • Charter School No. 1, Rzeszow/Polen
  • Základni Skola, Ceske Krumlov/Tschechien
  • Základni Skola, Uhelne Prag/Tschechien
Das Projekt wurde bewilligt für den Zeitraum 1.10.2008 bis 30.09.2010 und gefördert im Rahmen des Comenius-Programms LLL (LifeLongLearning) unter der Nummer 142453-LLP-1-2008-1-PL-COMENIUS-CMP.